Windpower Bridge
Die Klimaschutzziele des Kyoto-Protokolls erzwingen eine Reduktion der globalen Treibhausgase und die Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien. Deutschland will seinen Anteil bis 2010 verdoppeln und bis 2050 50 Prozent erreichen.

Der Trend geht heute zu Offshore-Anlagen, weil im Binnenland und an den Küsten die guten Standorte rar werden, mit Anwohnerprotesten gerechnet werden muss und immer grössere Windkraftanlagen marktgängig werden.

Für die Windnutzung auf See sprechen die um 40 bis100 Prozent höheren Erträge. Eine Offshore-Anlage erzielt 3500 Volllaststunden im Gegensatz zu 2000 Stunden im Binnenland.Entsprechend viel Strom ist auf See zu ernten.

Das für Deutschland technisch nutzbare Potential wird auf mehr als 200 Terawattstunden - dieHälfte des heutigen Stromverbrauchs - geschätzt.

Die maximale Grösse der bereits installierten oder in Entwicklung befindlichen Rotoren liegt zwischen 80 und 110 m Durchmesser, 2.5 bis 5 Megawatt Nennleistung und bis 100 m Nabenhöhe.

Mehrkosten der Offshore-Anlagen sind

  • teure Fundierung
  • Entfernung zum Hochspannungsnetz mit erheblichen Kosten und Netzverlusten
  • komplizierte Wartung und Reparatur
  • Notwendigkeit von Schwimmkränen.

Bei ungünstiger Witterung sind Anlagen ggfs. über längere Zeit nicht erreichbar.
Man geht davon aus, dass diese Mehrkosten durch den höheren Energieertrag offshore kompensiert werden können.

Eine geeignet ausgebildete und dimensionierte Brücke als gegeben angenommen kann solche Mehrkosten vermeiden helfen:

  • Die Fundierungen entfallen, indem die horizontalen Kräfte aus Wind bei grossen Rotoren von den Pylonen, bei kleinen bis mittleren Rotoren vom Brückenkörper aufgenommen werden ( u.a. durch die 30 m breite Fahrbahnplatte einer Autobahn ) .
  • Kleinere Rotoren können auf und unter der Brücke angeordnet werden.
  • Die Windkraftanlagen befinden sich in unmittelbarer Nähe des unter der Brücke geführten Hoch-spannungsnetzes.
  • Wartung und Reparatur der Anlagen sind auf und unter der Brücke einfacher und wirtschaftlicher als auf offener See.

Als Beispiel dient hier die 1963 von Friedman und Schulze-Fielitz in Konkurrenz zum Eurotunnel vorgeschlagene Brücke über dem Ärmelkanal.

Durch die dort extrem günstigen Windverhältnisse (vorherrschender Wind aus SW, mittlere Windgeschwindigkeit 8-9 m/s, Rauhigkeitsklasse 0, grosse Höhe der Rotoren, 35oo Volllaststunden) sind auf der über 35 km langen Brücke je nach Anordnung und Grösse der Windanlagen 1500-3500 MW zu installieren, der Verbrauch von bis zu 3 Millionen Haushalten oder 12 Millionen Bewohnern, eine Investition von ca.7 Milliarden DM.


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