UNIVERSITÄT BOCHUM
Die Universität ist im großen und ganzen ein Kontinuum. Die Konstruktion besteht aus weitgehend kontinuierlichen prefabrizierten Raumtragwerken beliebiger Art. Deren Leerräume zwischen den Konstruktionsgliedern nach den Gesichtspunkten der Funktion, Zuordnung, Form, Belichtung und Erschließung ausgefüllt werden. Im allgemeinen liegen die kleinen Räume (bis 3 m Höhe) in der Zug- und Druckzone, die größeren Räume (bis 6 m Höhe) innerhalb der statischen Nullzone der Tragwerke. Diese Raumtragwerke systematisieren neben der Abführung der Lasten sämtliche Dienste wie Strom. Wasser und Kanalisation. Ein vielfältiges Programm prefabrizierter und maßkoordinierter Bauteile , er-möglicht die beliebige und ständig veränderbare Ausfüllung der Neutralstruktur. Die Strukturen überspannen große Spannweiten durch ihre große statische Höhe. Dadurch bleibt der Raum unter der Universität disponibel für Verkehr, Grünanlagen, Wasser, Sport und solche Teile des Programms, die aus diesen oder jenen Gründen (Notwendigkeit großer stützenfreier Räume. Lärmbelästigung) Im Kontinuum keinen Platz finden. Die Erschließung der Universität geschieht von unten. Straßen. Parkplätze und öffentliche Verkehrsmittel liegen unter der Universität. Die im Raster angeordneten tragenden Türme enthalten Im allgemeinen Erschließung und Versorgung, doch ist von Fall zu Fall bei dem bewegten Gelände auch waagerechte oder diagonale Erschließung denkbar. Die Abgrenzung der einzelnen Fakultäten ist diffus und veränderlich, alte münden jedoch auf einen gemeinsamen Sozialraum, einen gegen Wetter und Klima relativ oder absolut, temporär oder dauernd geschützten, in Größe und Form wechselnden Bereich, der die Verbindung aller Teile der Universität bildet und ein ganzjähriges öffentliches Leben gewährleistet. Er ist eine räumliche Folge von internen Straßen, Gassen. Treppen, Plätzen, und Galerien. In seiner Mitte liegen die allen Fakultäten gemeinsamen Einrichtungen. Die Form der ganzen Anlage ist nicht vorgefaßt, sondern Ergebnis der an jedem Punkt möglichst freien und zweckmäßigen Anordnung der Funktionen. Ihre Agglomeration schafft eine neue Formensprache, jedoch keinen neuen Formalismus. Die Erweiterung ist in jeder Richtung möglich, selbst über den See hinaus. Die Verdichtung der Bausubstanz ist groß, in erster Linie durch die Anordnung von Verkehrsflächen und Bebauung übereinander. Die Bebauungsdichte rechnet mit im Durchschnitt viergeschossiger kontinuierlicher Überbauung, bei im Durchschnitt 50% Ausfüllung. Das Kontinuum ist von Freiräumen und Innenhöfen durchsetzt, große Verdichtung an der einen Stelle erlaubt größere Öffnungen an anderen (bei Beibehaltung der durchschnittlichen Geschoßflächenzahl 2). Die Konzentration der Bebauung macht es möglich, innerhalb der Universität auf den Fahrverkehr weitgehend zu verzichten. Vom Zentrum (als Ort der gemeinsamen Einrichtungen) erreicht man jeden Punkt der Universität in fünf Fußminuten. Die Konzentration der Bebauung ist der beste Naturschutz.Die Struktur folgt entweder der natürlichen Topographie oder befreit sich von ihr, ihre Agglomeration bildet eine künstliche Landschaft.