| Plädoyer für eine Ärmelkanal-Brückenstadt Das Projekt einer Brücke über den Ärmelkanal wird rentabel für den Verkehr von 1 Million Wagen Tourismus, 120000 Güterwaggons und 2 Millionen Personen im Jahr. Diese Brücke wäre die wichtigste Straße Europas. Der Schiffsverkehr durch den Ärmelkanal hat einen Umfang von 16 Millionen Tonnen im Jahr; davon gehen 30% nach La Havre (Paris) und 30% nach England.Kreuzungspunkt eines so bedeutenden Schiffsverkehrs mit dem Bahn- und Kraftverkehr auf der Brücke rechtfertigt die Gründung eines neuen Hafens, der Paris und London gleichzeitig bedienen könnte.Hafeneinrichtungen könnten im Brückenkörper enthalten sein: Die notwendigen Spannweiten der Brücke erfordern eine so große statische Höhe, daß die Kubatur der Leerräume zwischen den Stäben der Konstruktion bei weitem ausreichend ist für die notwendigen Einrichtungen eines neuen Hafens.logische vertikale Anordnung dieser Funktionen innerhalb der tragenden Konstruktion und zwischen den Pfeilern könnte folgendermaßen aussehen:Hafenbecken liegen zwischen den Pylonen, abwechselnd mit den Fahrrinnen für den Durchgangsverkehr. Oberhalb der Hafenbassins und Fahrrinnen (innerhalb der Brückenkonstruktion) werden Lager, Büros, Güterbahnhöfe, Bahngeleise, Autobahnen und Pipelines an geordnet, Touristenstraßen mit den dazugehörigen Einrichtungen, wie Restaurants und Terrassen liegen zum Teil innerhalb und zum Teil auf der Brücke. Als Folge der vertikalen Anordnung Ist der Warenaustausch (mit Kränen und Pumpen) zwischen Wasser und Land verbilligt und vereinfacht. Über ihre Länge von mehr als 30 km kann die Brücke folgende Einrichtungen aufnehmen: Ein schwimmendes Becken (Strand), einen englischen Hafen und Güterbahnhof, einen internationalen Hafen mit Güterbahnhof, Schiffahrtsrinnen in beiden Richtungen für alle Tonnagen, Lager und Büros privater Gesellschaften. Gewisse Verwaltungen und Organisationen hätten den Vorteil einer exterritorialen Lage. Die Brücke sollte außerdem die notwendigen Wohnungen für das Personal der Brückeneinrichtungen enthalten. Die Finanzierung der Ärmelkanalbrücke kann durch die Einnahmen der Häfen und Lager ganz wesentlich erleichtert werden. Miete und Pacht von Industrie und Tourismus erhöhen die Rentabilität. Die Brücke stellt ein vielgeschossiges Raumtragwerk dar. Benutzt man die Konstruktion als Hohlkastenquerschnitt einer Hängebrücke, so erreicht der Abstand zwischen den Pylonen 250 bis 400 m. Es ist denkbar, die Brücke weniger im Bereich der maximalen Spannweiten über den Fahrrinnen, sondern eher über Hafenanlagen und anderem zu nutzen, wo geringere Pylonabstände möglich sind. Die große Breite der Brücke gibt eine ausreichende Sicherheit gegen den Winddruck. Da die Verkehrsstraßen sich in der neutralen Zone des Stabwerkhohlkastens befinden, sind sie gegen Wind geschützt. Die Bereiche für Wohn- und Büronutzung sollten klimatisiert sein. Die inzwischen offenbar gefallene Entscheidung für den Ärmelkanaltunnel scheint von einseitigen Interessen bestimmt zu sein, wenn man weiß. daß der Tunnel keine Autostraße enthalten soll und die (staatlichen) Eisenbahnen sich damit für Jahrzehnte das Verkehrsmonopol über den Kanal sichern. (Mit Yona Friedman) |
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